Menschen und Organisationen im Wandel

Anlass zur Freude - 10 Jahre Selbständigkeit
1. August 2019
Liebe Leserinnen und Leser

1. August 2019 – die Schweiz feiert! Und ich feiere mit! Auch für mich ist der heutige Tag ein Freudentag und so erhalten Sie gerade heute meinen Newsletter!

Am 1. August 2009 – vor genau 10 Jahren – habe ich mich als Organisationsberater zu 100% selbständig gemacht. Als Familie haben wir damals mit unseren vier kleinen Kindern oberhalb vom Vierwaldstättersee jenen 1. August gefeiert. Wir waren uns sehr bewusst, dass diese Entscheidung - ohne finanzielles Sicherheitsnetz - ein mutiger Schritt ist. Ich folgte einmal mehr intuitiv – beruflich wie privat – meinen klaren, kraftvollen Visionen.
    


Nie hätte ich erwartet, wie rasch und umfassend sich meine Beratungstätigkeit entwickeln würde. Ich darf heute auf eine äusserst bereichernde und wertvolle Zeit zurückblicken. Als Dank möchte ich meine Klientinnen und Klienten mit 10 Spots an meinem Beratungsweg teilnehmen lassen.
1. In meinem Element – Changeprozesse

In den ersten Jahren meiner Selbständigkeit habe ich sehr viele Changeprozesse begleiten können. Dank meiner breiten Erfahrung konnte ich Klienten massgeschneiderte, individuelle Lösungen anbieten. Aus diesen intensiven Beratungsprozessen entstanden viele langfristige Kundenbeziehungen, was ich - als Beziehungsmensch - sehr zu schätzen weiss.

Ein Beispiel: Sky-Frame, ein Unternehmen, das in Frauenfeld neuartige, rahmenlose Schiebefenster produziert und weltweit exportiert (siehe Bild), berate und unterstütze ich seit neun Jahren. Sky-Frame hat zuletzt viele Unternehmenspreise gewonnen und ich hatte die Chance, das Gründerpaar, die Geschäftsleitung und das Kader in Struktur-, Change- und Strategieprozessen zu begleiten. Das schnelle Wachstum führt immer wieder zu neuen, interessanten Herausforderungen. Auch mit der Geschäftsleitung einer Pensionskasse und einem grossen Alterszentrum bin ich seit Jahren intensiv unterwegs. Rückblickend habe ich viel für Versicherungen, Spitäler, kantonale Dienststellen, soziale und kulturelle Organisationen und Medienunternehmen gearbeitet.

Neben der Vielfalt von Themenfeldern spreche ich vor allem Führungs- und Managementpersonen an, die selbst einen unternehmerischen Weitblick verkörpern und mit ihren Organisationen gesellschaftlich Wertvolles bewegen wollen. Sie sind so an organisationaler wie auch persönlicher Entwicklung interessiert. Daraus entstehen partnerschaftliche Beziehungen, in denen wir gemeinsam Wichtiges lernen. Dafür bin ich von Herzen dankbar.
2. Eine Herzensangelegenheit - Systemaufstellungen

Die Aufstellungsarbeit ist und bleibt für mich eine grosse Leidenschaft! Bereits im Jahr 2000 begann ich im Freundes- und Interessiertenkreis mit Organisations- und Familienaufstellungen zu arbeiten. Mein inniger Wunsch mit lösungsorientierten Organisationaufstellungen rasch Change- und Strategieprozesse begleiten zu können, erfüllte sich noch nicht. Diese intuitive Beratungsmethode hatte zu diesem Zeitpunkt kaum Chancen, sich in die rationalen Organisationskulturen zu integrieren, wie dies glücklicherweise heute zunehmend der Fall ist.

Dafür öffnete sich überraschenderweise sofort die Tür in der Einzelberatung. Viele Führungs- und Managementpersonen schätzen es – im geschützten Raum – für sie wichtige Führungs- und Lebensthemen mit Figuren auf dem Tisch oder mit Bodenankern im Raum (siehe Bild) aufstellen zu können.
    


Das Phänomen, dass sich wichtige Bausteine im Verlaufe des Lebens erneut verbinden und welches Steve Jobs als „connecting the dots” beschrieb, habe ich selbst erlebt. Seit einigen Jahren stelle ich in Führungs- und Beratungsweiterbildungen - zum Teil auch in Changeprozessen - wieder vermehrt auf. Ich verweise dazu gerne auf meinen letzten Newsletter “Systemaufstellungen – Wegweiser in die Zukunft“.

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Mit meiner eigenen Fortbildungsreihe «Inspiriert und authentisch Führen. Führungsweiterbildung mit Systemaufstellungen.» habe ich 2018 ein Format lanciert, in dem wir in Kleingruppen vielseitig und erfolgreich mit Führungs- und Organisationsaufstellungen arbeiten.

Alle Teilnehmenden bekommen die gebotene Aufmerksamkeit und ihren persönlichen Raum. Dabei lernen alle voneinander.

Die nächste Führungsweiterbildung startet am 20. September 2019 - es sind nur noch wenige Plätze frei.

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3. Stolz und Freude – «Führen aus eigener Kraft»

Der Impuls zum Schreiben meines Buches «Führen aus eigener Kraft» bekam ich in einer Meditation auf «unserer» Alp im Berner Oberland (siehe Bild).

Fast 7 Jahre - respektive 220 Arbeitstage - schrieb ich daran.

Zu Beginn zweifelte ich, ob ich für dieses Projekt noch zu jung und zu wenig beratungserfahren sei. Rückblickend wird mir bewusst, dass ich später nie mehr die Zeit gehabt hätte, ein so innovatives Buch zu schreiben.
    


Ich bin noch heute sehr stolz darauf, meine neuen wichtigsten Erkenntnisse und Theorien in komprimierter Form veröffentlicht zu haben. Mein Buch zeigt anhand von vielen Beispielen auf, wie Führungsdynamiken systemisch auf das Engste mit persönlicher Dynamiken verflochten sind. Für Führungspersonen ist es wichtig, den eigenen Visionen zu folgen und sich auf diesem Weg von belastenden Verhaltensmustern zu lösen, wenn diese im Führungsalltag auftreten.

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Das Buch «Führen aus eigener Kraft» war bei der Lancierung 2012 seiner Zeit noch voraus (Bild der Buchvernissage). Das zeigt sich anhand der Verkaufszahlen, die 2017 und 2018 markant angestiegen sind. Der aktuelle Diskurs in Fachzeitschriften bestätigt, dass der „reife Mensch” die Grundlage für Agilität, kollektiv geteilter Führung und Selbstorganisation ist.
    


Das menschliche Potential wird in Organisationen erst heute richtig entdeckt und es wird offensichtlich, dass organisationale und persönliche Entwicklung in Zukunft Hand in Hand gehen müssen!
4. «no limits» - Einzelberatung

Ich liebe die Einzelberatung! Sie bietet die individuellsten und persönlichsten Entwicklungsräume, im Sinne von «no limits». Was immer Führungspersonen beschäftigt, können sie zu Beginn der Beratungssequenz einbringen und wir suchen gemeinsam nach unbewussten Dynamiken und geeigneten Lösungen.
    


Eine Beratungskollegin brachte kürzlich meine Stärken auf den Punkt: «You’ re inspiring the strengths of people.» Auf meiner Website positioniere ich mich bewusst nicht mit «Executive Coaching» oder anderen exklusiven Bezeichnungen. Für mich macht es keinen Unterschied, ob jemand als Experte oder Führungsperson mit wenigen Mitarbeitenden oder als Manager mit einer Verantwortung für 5.000 Personen zu mir kommt. Entscheidend ist für mich eine offene, entwicklungsorientierte Haltung.

2013 konnten wir die „alti Schmitti” - unser Haus im Dorfkern von Münchenstein - aus der Familie übernehmen. Im untersten Stock befindet sich der Beratungsbereich mit separatem Eingang – für mich ein grosses Geschenk.
    

5. Von der Zukunft her führen - Theorie U

Das 500seitige Buch „Theorie U” von Prof. Otto Scharmer (2009) ist das einzige Buch, das ich zwei Mal gelesen habe. In meinen Augen beschreibt niemand so fundiert wie Scharmer, wie über den offenen Diskurs von gegensätzlichen Meinungen («Öffnung des Denkens») wir weiter in den noch erkenntnisreicheren Raum der Emotionen eintauchen können.

Über die eigenen Gefühle werden eindrucksvoll mehr Verflechtungen und innovative Ideen erfahrbar («Öffnen des Fühlens»). Wagen wir uns noch eine Ebene tiefer, so verbinden wir uns mit der „schöpferischen Quelle” respektive den „wissenden Feldern über die sich entwickelnde Zukunft” («Öffnen des Willens»). In dieser kreativen Verbindung sind Einblicke in die Zukunft (= „Visionssplitter”) möglich oder wir können neue Zusammenhänge erkennen.
    


Für Innovationen und die Gestaltung von Veränderungen ist jedoch nicht allein die unterste Ebene vom „U” entscheidend. Wichtig ist jetzt das Handeln und Umsetzen. Scharmer empfiehlt, rasch erste Prototypen zu entwickeln, um zu erkennen, wie Kundinnen und Kunden darauf reagieren. Im Newsletter vom Juni 2011 habe ich das Buch ausführlich vorgestellt.

Als gehaltvolle Kurzversion wird seit Juli 2019 die «Essentials der Theorie U: Grundprinzipien und Anwendungen» vom Carl-Auer-Verlag angeboten.

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6. The “Spirit of Organizations”- Visionen

Aktuell wird bezüglich Agilität und Selbstorganisation viel über den „Purpose“, den Sinn und Zweck von Organisationen diskutiert. Aus meiner Sicht ist die längerfristige Ausrichtung eines Unternehmens noch wesentlicher, also die Vision. Gesellschaftlich sinnvolle und teils gewagte, attraktive Visionen können Menschen für ihre Arbeit begeistern und damit mobilisieren. Heike Bruch, Professorin an der Universität St. Gallen, bezeichnet solche Visionen bildhaft als „winning the princess“.

Faszinierend an dieser Arbeit finde ich persönlich die Herausforderung, sinnvolle Visionen von der Zukunft her zu entwickeln. Wie gelingt es uns, in Organisationen „wissende Felder über die sich entwickelnde Zukunft“ verantwortungsvoll zu nutzen, um auf breite Akzeptanz zu stoßen? Gerade Grossgruppenveranstaltungen - über mehrere Hierarchie-Ebenen hinweg - weisen erfahrungsgemäss auf “magische Momente“ hin: es entstehen neue Erkenntnisse, unerwartet wertvoll, oft „bahnbrechend“ für die Zukunft des Unternehmens. Noch direkter können diese Zukunftsfelder über Aufstellungen mobilisiert und in passenden Strategien festgehalten werden.

Diese beiden - so wunderbar passgenauen Naturbilder - hat mir der Fotograf Thomas Ruf (www.thomas-ruf.ch) für meinen Newsletter zur Verfügung gestellt.

Führen von der Zukunft her ist nicht nur möglich, sondern sie macht Sinn und ist gesellschaftlich wichtiger denn je! Ich begleite in Coachings oft Führungs- und Managementverantwortliche, die dank ihres intuitiven Zugangs zu diesem Zukunftswissen den Mut hatten, kleine wie grosse Unternehmen erfolgreich aufzubauen. Das Arbeiten mit grösseren Teams und auf organisationaler Ebene steht an.

7. Entwicklungen ermöglichen - Konfliktberatung

Im Rahmen von Changeprozessen habe ich von Anfang an auch Konfliktmandate übernommen. Ihr Anteil ist in den letzten 2-3 Jahren nochmals markant angestiegen. Ich werde dabei von Auftraggebern oftmals mit angeblich „unlösbaren“ Konflikten konfrontiert. Meine Erfahrungen sind meist positiv: Konflikte bieten unglaubliches Lern- und Entwicklungspotential sowohl auf der Organisations- und Führungsebene, als auch auf der persönlichen Ebene der involvierten Personen. Selbst in langwierigen, verhärteten Konflikten bieten sich überraschende Lösungen an, wenn es gelingt Vertrauen wieder aufzubauen und eine Bereitschaft entsteht, für sich und die Organisation Wertvolles zu lernen (Bild: Regenbogen oberhalb von Münchenstein).

Als Berater „liebe“ ich Konflikmandate. Sie bieten so viel Überraschendes, nehmen unerwartete Verläufe und eröffnen neue Zusammenhänge, gehen einher mit starken Emotionen, bieten geniale Durchbrüche und wertvolle Erkenntnisse. Häufig sind nachhaltige Lösungen möglich. Andererseits braucht es als Berater auch Demut. Wenn die Angst der Schlüsselpersonen zu gross ist, persönliche Erkenntnisse und Entwicklungsprozesse abgeblockt werden, stosse auch ich in der Beratung an Grenzen. Heftige Konflikte fordern jeden Einzelnen immer auch zu persönlichen Lernprozessen heraus. Lösungsorientiert kann man sie als echte „Geschenke“ sehen. Selbst in scheinbar beschränkt lösbaren Konfliktprozessen lohnt sich die Arbeit: die Beteiligten gewinnen an Klarheit und können präzisere Entscheidungen treffen.
8. Making-of - Freudvolles

Nebst berührenden Entwicklungen und grossen Erfolgen erlebt man als Berater auch freudvolle, ganz besondere Momente. Unvergesslich bleibt mir beispielsweise eine persönliche Führung durch den Basler Zoo, mein Impulsreferat von der Kanzel einer reformierten Kirche zum Thema „Gott und Geld“ oder zum Schluss eines Strategieworkshops mit 50 Personen, als eine Frau spontan ein Dankeslied anstimmte und alle unvermittelt mitsangen.

Auch beim Making-of ist es - systemisch betrachtet - immer eine Frage der Perspektive. Meine Kids schwärmen noch heute von meiner Führungsweiterbildung mit dem Management von Teleclub. Nicht, weil sie in irgendeiner Form inhaltlich beteiligt waren, sondern weil ich als Dank ein Jahresabonnement geschenkt bekommen habe. Alle FCB-Spiele waren ab sofort live zu sehen!

9. Weiterbildungen – neue Wege

8 Jahre lang hatte ich eher wenige Führungs- und Managementweiterbildungen geleitet, 2017 dann nahmen die Anfragen in kürzester Zeit massiv zu. Es wurde offensichtlich, dass es jetzt an der Zeit war, mein Wissen und meine Erfahrungen an grössere Kreise weiter zu geben.

Ich realisierte, dass ich in Weiterbildungen im Vergleich zu meinen Beratungsangeboten weniger im engen persönlichen Kontakt sein konnte und erst gegen Ende eines Weiterbildungsmoduls die „Früchte ernten“ konnte, was sich für mich als persönliche „Challenge“ herausstellen sollte (Bild: Lehrsupervision für Organisationsberatende am isi, institut für systemische impulse in Zürich).
    


Heute bin ich sowohl in der internen wie externen Managementweiterbildung tätig, häufig auch in der Ausbildung von Beratenden. Aufgrund meiner eigenen inneren Sicherheit ist es mir zunehmend wichtiger, Teilnehmende in neue Lern- und Erfahrungsräume zu führen, mit modernen Methoden wie Outdoorelementen oder Aufstellungen zu arbeiten.
10. Ein Blick in die Zukunft – mögliche Entwicklungen

Seit meinem Studium ist meine Leidenschaft für die Entwicklung von Menschen und Organisationen geblieben. Und doch spüre ich in mir den Impuls, mich verstärkt auf die Visionsarbeit, das „Neue und Unerforschte“ zu fokussieren.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass „wissende Felder“ in jeder Hinsicht in die Zukunft führen und so -gesellschaftlich wie organisational - in Management und Führung sinnvoll einzusetzen und zu integrieren sind. Daher möchte ich vermehrt mit intuitiven Methoden arbeiten. Gerade im Rahmen von Strategie- und Changeprozessen sehe ich ungenutzte Potentiale. Die Zeit ist reif und ich bin bereit!
    


Aber heute Abend werden nicht nur Raketen gezündet, bei uns knallen die Korken. Es gibt viel zu feiern!

Ich danke allen meinen Kundinnen und Kunden für die wertvolle und inspirierende Zusammenarbeit. Ich freue mich auf die Zukunft.

Herzlichst
Reto Zbinden
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